opti 2026 – Karin Edition
„Zwischen den Messen“
Wir befinden uns zwar nicht mehr „zwischen den Jahren“, dafür aber in einer anderen Zwischenwelt, an die wir uns in den vergangenen Jahren gewöhnen mussten. Ich nenne sie ab sofort „zwischen den Messen“ – denn an der kurzen Zeitspanne zwischen opti und Mido wird sich absehbar nichts ändern.
Nächstes Jahr wird es ja sogar wieder ultra-kurz, noch nicht einmal eine Woche. Das bringt die Aussteller noch mehr unter Druck als die Besucher. Wer mit vielen Kubikmetern Material anreist anstatt mit einem Koffer, steht zweifellos vor großen logistischen Herausforderungen.

Keine Messe gleicht einer vorherigen.
Diese opti 2026 für mich schon mal gar nicht. Mein Vortrag gleich am Freitag Mittag hat für mich die Ausrichtung der Messe geprägt. Meine Erlebnisse und Erfahrungen des vergangenen Jahres haben mir noch klarer gemacht, wofür ich stehe – und wie wichtig mir die Offenheit und der Gestaltungswunsch der Optiker ist, mit denen ich zusammenarbeiten möchte.
Großartige Entwicklungen sind möglich – wenn es menschlich passt
Das hat es nicht immer, und ich bin super dankbar auch für diese Erfahrungen. Es macht keinen Sinn, meine Überzeugungen weichzuspülen. Und genau das hat auch meinen Vortrag geprägt.
Jetzt freue ich mich riesig auf neue Beratungsmandate in 2026 – in denen ich meine Kunden überzeugen möchte, konsequent ihren eigenen Weg zu gehen und sich nicht so sehr von den Traditionen der Branche (und den Global Playern in der Fassungsindustrie) abhängig zu machen. Und beim Glas geht das ja inzwischen auch … 😉

Was hat die opti, was die Mido nächstes Wochenende nicht haben wird?
Zeitgemäße Animation für deutsche Optiker – wenn ich es mal so locker formulieren darf. Von der Messeplanung mit den großen und kleinen Hubs und Eventflächen, über die obligatorischen Mega-Standpartys bis zum Flurfunk und dem jährlichen Aufeinandertreffen von Freunden und ehemaligen Kollegen.
Und natürlich viel, viel Technik und noch mehr KI. Ein ganz junges Start-up hat mich besonders begeistert. Virtual-Try-On mit den niedrigsten Einstiegs-Hürden für Optiker UND Brands. Der Name: pickz.ai – auf dem Messestand des ersten und höchst engagierten Test-Users unter den Independent Brands – Frost Eyewear.
Wenn dieser Messe-Mix aus vielseitigem Angebot, perfekter Planung und dem Bedürfnis nach Austausch dazu beiträgt, noch mehr Optiker zu einem Messebesuch zu bewegen … nur zu! Bei den jungen Kollegen scheint das mit den organisierten Meetings mit Gründern und einem Live-Podcast gut gelungen, darüber freue ich mich sehr!

Das Angebot bei den Fassungslieferanten konnte da leider nicht ganz mithalten.
Es waren tolle Namen dabei, wie Claus Bellinger mit seiner neuen Edel-Kollektion Vantayõ. Aber dennoch fehlten sowohl bei den ganz großen als auch bei den Independents wichtige Namen. Die Stimmung bei denjenigen die da waren, hat das nicht beeinträchtigt. Ich habe viele sehr zufriedene Resümees gehört.
Aus diesem Dilemma kommen wir wohl vorerst auch nicht heraus. Wer als Independent Brand in Deutschland „mehr Türen öffnen“ möchte, der könnte potentielle Kunden natürlich auf der opti erreichen – mit hohen finanziellen und logistischen Investitionen (Termindruck Mido).
Immer mehr setzen daher ausschließlich auf ihren Außendienst, der seine Kunden- und „Wunschkunden-Liste“ abarbeitet und auf diese Weise wachsen will. Der Zufall oder der glücklichen Augenblick – Serendipity – der auf einer Messe entstehen kann, hat keine Chance.
Ich feiere alle Independent Brands, die weiter an der opti festhalten!
Und wer reist jetzt zur Mido?

Ich bin dabei! Und ganz sicher auch viele der Optiker in Deutschland, die auf den Wunschlisten nahezu aller Independent Brands stehen, die etwas auf sich halten. Doch es sind fast immer die gleichen. Weil sie aus eigenem Antrieb, aus Neugierde, aus Begeisterung und Leidenschaft für die Independent Szene nur dort wirklich noch Unerwartetes erwarten können. Die echten Highlights, die in Deutschland dann auch nur bei 10 oder 30 Optikern zu finden sind. Die Katze beißt sich in den Schwanz.
Und ich natürlich – mit großer Vorfreude auf wieder neue Independent Brands, die ich in meine True Eyewear Datenbank aufnehmen kann. So kann ich aus dem Vollen schöpfen, wenn ich für meine Kunden eine wirklich einzigartige Kollektion empfehlen kann, die bis ins Detail zur Positionierung passt.

Karin Stehr ist strategische Beraterin für Positionierung in der Augenoptik und Expertin für Independent Eyewear.
Sie führte 33 Jahre lang ein eigenes Optikgeschäft, davon 17 Jahre ausschließlich mit Independent Brands. Heute berät sie unabhängige Optiker, sich durch ein unverwechselbares Konzept und die passende Brillenkollektion vom Mainstream abzuheben.
Sie ist Autorin einer mehrteiligen Fachartikelserie in der eyebizz, Speakerin auf Branchenevents und mit ihrer strategischen und gleichzeitig menschlich zugewandten Beratungsmethode einzigartig in der Augenoptik-Branche.
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